Wer will schon alt aussehen?

VON URSULA BURGHERR (TEXT UND FOTO)

Gemütlich und edel sieht der Eingangsbereich von Elimed, dem Institut für ästhetische Medizin, an der Limmatpromenade 27 aus. Für die schon lange im Vorfeld ausgebuchte Botox-Lounge hat das Team weiss gedeckte Stehtischchen mit roten Rosen geschmückt. Dazu locken frische Erdbeeren und der Champagner steht in den Kühlern bereit. Die Journalistin gehört zu den ersten Besucherinnen. Ihr Cüpli kann sie gleich mitnehmen, während sie ins Behandlungszimmer geleitet wird. Im super bequemen und geheizten Stuhl liegt es sich wunderbar. Adèles «Hello» berieselt in moderater Lautstärke ihre Ohren und die Aussicht auf ein jüngeres und frischeres Antlitz lockt. Bevor es «ans Werk» geht, erfolgt ein eingehendes Beratungsgespräch.

Alles geht auch hier nicht

Der plastische Chirurg MUDr. Konstantinos Pilichos, der die nicht invasiven Eingriffe vornimmt, erforscht mit dem ästhetischen Blick eines Bildhauers sein «Modell». Was wünscht sich die Kundin? Und wo sieht er Verbesserungsmöglichkeiten? «Mein Anliegen ist es, die Gesichtszüge dezent aufzufrischen. Die individuelle Ausstrahlung soll dabei auf keinen Fall verloren gehen », meint der Grieche, der seit 2014 Mitglied des Elimed-Teams Baden unter Leitung von Jürgen Schüttpelz (Facharzt FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe und Schönheitschirurg) ist.
Grenzen gäbe es dabei sehr wohl: «Wenn eine 60-jährige Frau wie 30 aussehen will, ohne künstlich zu wirken, ist das schlicht nicht mehr möglich.» Die merkwürdig erstarrten, völlig mimiklosen Gesichter gewisser Hollywoodstars gelten für den Schönheitsexperten als abschreckende Beispiele.
Aber für eine Journalistin in mittleren Jahren sieht er natürlich diverse Optimierungsmöglichkeiten. Pilichos empfiehlt eine Mini-Botox-Behandlung im Stirnbereich, etwas Hyaluron-Filler, um den Wangen mehr Volumen zu geben, und für das leicht welkende Kinn ein Fadenlifting. Wer überzeugt ist, kann sich gleich spritzen lassen. Schmerzhaft sei die Angelegenheit kaum, da ein Oberflächenanästhetikum verabreicht würde, erklärt Assistentin Tiziana Vantaggiato.
«Die manchmal etwas geröteten Einstichstellen können gut überschminkt werden und nach der Behandlung ist man sofort wieder gesellschaftsfähig », ermutigt sie. Risiken gäbe es ausser ein paar selten auftretenden kleinen Blutergüssen praktisch keine. Abgerechnet wird nachher mit der Kreditkarte. Zwischen 400 und 1200 Franken kostet die Prozedur, je nachdem, wie viele Gesichtszonen zur «Aufwertung » kommen. Das Ergebnis hält sich etwa 3 bis 9 Monate, dann muss nachgespritzt werden. Die zahlreichen Optionen, dem altersbedingten Verblühen künstlich nachzuhelfen, sind eine reine Frage des Budgets.

Vorwiegend Businessfrauen

Schönheit wird mehr und mehr zum Konsumgut und Anti-Aging-Behandlungen boomen im Wohlstandsland Schweiz wie kaum woanders. Während Botox-Partys in der Zürcher Schickeria längst gang und gäbe sind, ist die Botox- Lounge in Baden ein Novum. Manche der Kundinnen – es sind vorwiegend gut verdienende Businessfrauen – huschen rasch in einer Arbeitspause zum Make-over. Und wollen dabei inkognito bleiben. Frauenarzt Schüttpelz hat die Bedürfnisse seiner Klientel schon früh erkannt, ist immer einer der Ersten in der Limmatstadt, wenn es darum geht, neuste Methoden anzubieten. Die Geschäfte laufen wie verrückt. Der aktuelle Hit in der Praxis wird per Plakat gross beworben: Fettentfernung mittels Eis, die sogenannte Kryolipolyse. Für eine Sitzung blättert man 299 Franken hin. Der geschäftstüchtige Gynäkologe kommentiert seine Erfolge pragmatisch: «Es ist ein Fact, dass die Gesellschaft mehr und mehr auf Jugendlichkeit, Schönheit und Perfektion fixiert ist. Viele reifere Frauen kommen dadurch in eine Art Zugzwang.» Und obwohl er von dieser Entwicklung enorm profitiert, streitet auch er nicht ab: «Lebenserfahrung sollte eigentlich mehr zählen als Jugendlichkeit. Ein gutes Selbstbewusstsein und das positive Lebensgefühl kommen von innen und können langfristig niemals durch eine Beauty-Behandlung kompensiert werden.»
Übrigens: Die Journalistin verzichtete auf einen Eingriff. Sie fühlt sich in ihrer Haut nach wie vor ganz wohl.

Finanzierungsmöglichkeit

Ihre Entscheidung zu einer optimalen Behandlung hängt von den Kosten ab? Mit unserem Finanzierungspartner können Sie sich hochwertige Behandlungen leisten und behalten dabei Ihre finanziellen Freiräume. Informieren Sie sich.

Elimed